Was er”wartest” du dir eigentlich vom Leben?

2010 habe ich meine Coaching-Praxis in Hamburg gegründet. Eines meiner Ziele war, besonders mit Frauen daran zu arbeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln: Sei es eine erfüllendere Arbeit zu finden, den nächsten Karrieresprung zu machen, mehr Gehalt zu bekommen oder sich endlich selbständig zu machen mit der eigenen Business-Idee.

Meine Klientinnen in den folgenden Jahren haben mich immer wieder beeindruckt. Richtig gut in ihren Jobs, talentiert, fleißig, integer, sie haben sich reingehängt. Ganz ehrlich: Diese Frauen waren die Art von Teammitgliedern, die sich eigentlich jede Organisation wünscht. Aber während der Coachings stellte ich immer wieder fest:

Diese Frauen sahen oft ihre eigenen Fähigkeiten und Talente nicht.

Sie sahen oftmals nur, was sie alles noch nicht waren: Nicht wirklich bereit für den nächsten Schritt in ihrer Karriere oder für die Forderung nach mehr Geld. Sie sahen sich nicht als würdig, sich auf die wichtigen Posten in ihrer Organisation zu bewerben und „großen Tisch“ Platz zu nehmen, den Sheryl Sandberg in Lean In immer wieder beschreibt.

Ich traf immer wieder auf brillante Frauen, die ihre eigene Brillanz nicht sehen konnten.

Nun gibt es zahlreiche Bücher und unzählige Artikel, die sich mit den Selbstzweifeln von Frauen und ihren Auswirkungen beschäftigen. Die meisten Bücher und Artikel zeigen auf, wie Frauen sich selbst unterschätzen und zielen darauf ab, das nötige Selbstbewusstsein in Frauen zu wecken, aufzubauen und zu stärken.

Nachdem ich Frauen so viele Jahre dabei unterstützt und begleitet habe, die Karrieren zu machen, die sie sich wünschen, denke ich heute, dass diese Grundüberlegung von „genügend Selbstbewusstsein aufbauen, um endlich dies oder jenes zu tun“ grundlegend falsch ist.

Ja, Selbstzweifel sind ein Teil des Problems. Sie sind unübersehbar ein Teil dessen, was talentierte Frauen – und auch talentierte Männer – zurückhält.

Aber entgegen unseren allgemeinen Erwartungen ist der Aufbau und die Stärkung von Selbstvertrauen allein nicht die Lösung. Wenn es darum geht, den nächsten Schritt zu gehen, dann besteht die Lösung darin, eine neue Beziehung zu den eigenen Selbstzweifeln aufzubauen.

Was meine ich damit?

Adele, die britische Sängerin, eine der großartigsten Künstlerinnen unserer Zeit, leidet an massiven Selbstzweifeln und sagt selbst über sich, dass sie massiv unter dem sogenannten Imposter-Syndrom leidet. Ihre Selbstzweifel sind so groß, dass sie sich phasenweise extrem überwinden muss, künstlerisch zu arbeiten und besonders Konzerte zu spielen. Sie hat sich auch schon auf der Bühne übergeben, so schwer fällt es ihr.

Die bekannte und preisgekrönte Schauspielerin Martina Gedeck (u.a. „Bella Martha“) sagte einmal: „Ich habe eine große Scham gehabt, in den Beruf einzusteigen, weil ich dachte, dass ich es nicht kann.“ Und sie beschreibt eindrücklich, wie es ist, als Schauspielerin die volle Aufmerksamkeit des Publikums zu erhalten und damit lernen zu müssen umzugehen.

Die amerikanische Bestsellerautorin Dani Shapiro hat in ihrem Buch über das Schreiben zugegeben: „Ich habe auf meinem Computer nach meiner Liste gesucht, mit allem, was ich in den letzten Jahren geschrieben habe. Und als ich diese Liste durchging, wurde mir klar, dass jedes einzelne dieser Stücke mit den gleichen, in meinem Kopf nachhallenden Worten begonnen habe: „Es geht nicht… diesmal wird es nicht funktionieren… ich kann das nicht.”

Und schließlich die wunderbare Marie Forleo, mit ihren 46 Jahren ein Schwergewicht in der amerikanischen Coaching-Industrie und Bestseller-Autorin, sagt: “Jede Entrepreneur*in, Künstler*in, der oder die immer wieder das Risiko auf sich nimmt, Ideen mit der Welt zu teilen, fühlt Angst und Selbstzweifel. Auch ich fühle täglich Angst und Selbstzweifel, und ich mache das jetzt schon seit mehr als 20 Jahren! …. Diese täglichen Kämpfe werden nicht weniger im Laufe der Zeit, oder nehmen ab mit mehr Erfahrung oder verschwinden. Sogar wenn du berühmt bist!“

Wenn Frauen wie Adele, Martina Gedeck, Dani Shapiro oder Marie Forleo diese Unsicherheiten auf täglicher Basis spüren und sich trotz ihrer Angst und ihrer Selbstzweifel zeigen, ja sogar führende Positionen in ihrer jeweiligen Branche einnehmen?
Was bedeutet das dann?

Dani Shapiro erzählt: „Seit vielen Jahren habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, diese Stimme, die sagt: „Das kannst du nicht“ zu ignorieren und nicht auf diese Stimme zu hören.“

Martina Gedeck hat sich gefragt, in welcher Umgebung sie am besten arbeiten kann und sagt selbst: „Die Kamera hat mich befreit!“

Und Marie Forleo konzentriert sich bewusst auf die Hilfe und die Unterstützung anderer, die sie mit ihrer Arbeit geben kann: „Das bedeutet, dass alle Ängste und Selbstzweifel und die Vorstellung, es eigentlich nicht zu können, ganz praktisch gesehen nicht mehr vorhanden sind. Sie verblassen und treten so weit in den Hintergrund, dass Du sie nicht einmal spürst.“ Etwas, was dem Konzept und der Idee der 12-Schritte-Gruppen (z.B. Anonyme Alkoholiker) ebenfalls innewohnt.

Es ist nicht das Selbstvertrauen, das diesen Frauen zum Erfolg verhilft, sondern die Art und Weise, wie sie mit ihren Selbstzweifeln umgehen.

Die meisten von uns haben jedoch diesen Plan, in dem dieser extrem wichtige Unterschied erklärt wurde, nicht erhalten.

Ich habe im Laufe der Jahre mit so vielen berufstätigen Frauen gearbeitet, und die deutliche Mehrheit glaubt, dass wir in unserer Karriere erfolgreicher wären, wenn wir selbstbewusster wären. Selbstvertrauen als ein entscheidendes Element für unseren beruflichen Erfolg.

Aber wenn wir glauben, dass wir mehr Selbstvertrauen benötigen, um erfolgreich zu sein oder um unsere Träume und Ideen zu verfolgen, dann stellen wir uns eine sehr schwierige, wenn nicht gar unlösbare Aufgabe: die Aufgabe, selbstbewusster zu werden.

Wir legen wichtige berufliche Entwicklungen auf Eis, wir vermeiden Risiken, während wir auf das warten, was wir als das dafür notwendige Vertrauen empfinden. Und ganz ehrlich: Selbst wenn es uns gelänge, mehr Selbstvertrauen aufzubauen – wann wäre es denn genug für den nächsten Schritt?

Wenn wir uns aber einmal vorstellen, dass Menschen, die bereits ihre Traumkarriere leben, mit beständigen Selbstzweifeln zu kämpfen haben;

wenn wir einmal glauben, dass wir nicht mehr Selbstvertrauen brauchen als jetzt, um unsere wichtigsten Ziele zu erreichen,

wenn unsere Idealvorstellung von unserem Selbst nicht dem völlig überhöhten Bild eines selbstbewussten Stars verbinden, sondern akzeptieren, dass auch dieser Star Selbstzweifel empfindendet,

dann liegt ein interessanter neuer Weg vor uns!

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In der Praxis ist diese neue Art der Beziehung zu Selbstzweifeln ganz einfach.

1.

Für viele von uns sind negative Selbstgespräche an der Tagesordnung. Wir sind so daran gewöhnt, uns selbst innerlich immer zu bewerten und runterzumachen, dass wir gar nicht mehr hören, wie wir eigentlich die ganze Zeit mit uns sprechen.

Wir müssen lernen, diese inneren Stimmen zu bemerken und zu identifizieren. Dies bedeutet, einfach innezuhalten und dem Gedanken Raum zu machen: „Oh, ich höre gerade meinen inneren Kritiker“, wenn diese inneren, fiesen Stimmen sprechen. In dieser einfachen Erkenntnis werden wir ein Beobachter dieser Stimme, und wir haben dann die Wahl wie wir darauf reagieren (Mehr zur Inneren Kritikerin findest du übrigens hier).

Es geht nicht darum, mit diesen inneren, kritischen Stimmen zu argumentieren und diese zu überzeugen, oder sich permanent darüber zu ärgern. Diese Vorgehensweisen bringen nichts, sie sind sogar kontraproduktiv, weil du diesen Streit nicht gewinnen kannst.

Vielmehr müssen wir uns fragen, ob es sich gerade um die Stimme der inneren Kritikerin handelt, die da zu uns spricht (an dieser Stelle ein kleiner Hinweis: Wenn es sich um Aussagen handelt, die hart, unbarmherzig in der Bewertung, ängstlich, in Dauerschleife daher kommen, dann ist es normalerweise die innere Kritikerin, die hier das Zwiegespräch bestimmt!)

Wenn wir das erkennen, können wir diese kritische Stimme von der Stimme unseres eigenen, besten Denkens unterscheiden.

2.

Zweitens müssen wir uns, sobald wir diese Stimme identifiziert haben, daran erinnern, was eigentlich dahintersteht. Die innere Kritikerin ist oftmals unsere Angst vor Versagen, Veränderung oder Sichtbarkeit. Sie arbeitet dabei mit einer sehr ausgeklügelten Strategie, um uns dazu zu bringen, direkt in unsere Sicherheitszone zurückzukehren. Es ist unser Sicherheitsinstinkt in einer perfekten Tarnung.

Aus diesem Grund neigen wir dazu, diese innere Kritikerin eigentlich am lautesten zu hören, wenn wir wichtige Sprünge machen oder das verfolgen, was uns wirklich richtig wichtig ist.

In diesem Sinne ist die innere Kritikerin so etwas wie eine Wache am Rande unserer Komfortzone. Wenn wir in der vertrauten Zone des Status Quo sicher sind, dann kann diese Wache schlafen. Wenn wir uns dem Rand nähern, erwacht sie und es wird uns jede noch so absurde Lüge aufgetischt, die es braucht, um uns dazu zu bringen, wieder in das sichere, geschützte Gebiet zurückzukehren, das uns vor möglicher schmerzhafter Kritik, Misserfolg oder Verletzlichkeit schützt.

Wenn Du all das beherzigst, wenn du das nächste Mal diese miesen, fiesen Stimmen hörst, dann könntest dich daran erinnern, dass deine innere Kritikerin wahrscheinlich nicht die Wahrheit sagt, auch wenn ein anderer, großer Teil von dir dir sicher ist, dass diese Worte wahr sind.

  • Du kannst dann deine Stimme in Meetings oder Treffen erheben, obwohl deine innere Stimme sagt, dass deine Idee noch nicht gut genug durchdacht ist, ja geradezu lächerlich ist.
  • Du kannst mit deinem Business starten, obwohl die innere Stimme sagt, dass du nicht das nötige Wissen oder die nötige Expertise dafür hast.
  • Du kannst dich für diesen Job bewerben, für den du dich noch nicht ganz reif fühlst, obwohl deine innere Stimme sagt, dass sie dich niemals dafür in Betracht ziehen werden.

Und je mehr du es übst, desto mehr kann es zur Gewohnheit werden, dies zu tun, wie es für Frauen wie Adele, Martina Gedeck, Dani Shapiro und Marie Forleo gilt.

Möglicherweise denkst du jetzt: „Aber Sandra, das sind so überragende Frauen – ich bin das nicht!“

Ich kann das gut verstehen. Dazu möchte ich dich einmal mitnehmen in ein Gespräch, dass ich neulich mit meiner Mutter führte. Meine Mutter Helga, Jahrgang 1946, hat die Volksschule besucht, Fleischerei Fachverkäuferin gelernt und war ihr Leben lang sebständig – auch weil ihr niemand sonst die Chancen gegeben hätte, die sie sich selbst erarbeitet hat. Als ich einmal meine Mutter fragte, was ihrer Meinung nach am meisten zu ihrem beruflichen Erfolg beigetragen hätte, da antwortete sie mit etwas ziemlich Interessantem:

„Mehr Mut“!

Meine Mutter hatte mit 4 Kindern nicht die Option für „mehr Zeit“ für ihre Arbeit, oder „ein besseres Team“ oder „mehr Wissen“ und „mehr Training“. Meine Mutter hatte nur ihren Mut.

Und hat daraus langsam und stetig ihr Selbstvertrauen entwickelt.

Selbstvertrauen ist Vertrauen in unsere Fähigkeiten und in uns selbst.

Mut lässt und auch dann weitermachen, wenn wir diesen Glauben in uns nicht spüren.

Wir sprechen viel mit Frauen darüber, dass sie mehr Selbstvertrauen finden müssen, aber es ist an der Zeit, dass wir dem Mut mehr Aufmerksamkeit schenken und so die Dinge zu tun, die wir tun wollen, auch wenn nicht sicher ist, ob wir diese Herausforderung perfekt erledigen können.

Frauen gehen heute neue Wege, ohne viele Vorbilder und mit einem starken Erbe aus Jahrhunderten des Ausschlusses von Frauen aus dem Berufsleben, ein Erbe, das sowohl in uns als auch um uns herum fortbesteht.

Selbstvertrauen wird wahrscheinlich nicht immer bei uns sein, wenn wir neue Wege beschreiten.

Aber wir brauchen kein Selbstvertrauen, um das zu tun, was wir in unserer Karriere am meisten wollen.

Wir müssen lernen, inmitten von Selbstzweifeln die Dinge zu tun, und wir können heute damit anfangen. Jeden Tag aufs Neue.

Alles Liebe

Sandra

PS: Ich möchte in diesen Zeiten noch hinzufügen….

Unsere Welt – gerade in diesen Tagen! – kann eine laute, chaotische, ungerechte und beängstigende Welt sein. Was ist aber mit Sicherheit sagen kann: Es ist wichtig, was du tust. Es ist wichtiger denn je, deine Meinung zu sagen, zum Ausdruck zu bringen, wie Du die Welt siehst und damit andere Menschen anzusprechen. Deine Gedanken, deine Ideen, können jemandem helfen in dieser Zeit und sie können eine Veränderung anstoßen in dieser Welt.

Deine Handlungen, deine Ideen können jemanden inspirieren, etwas neues auszuprobieren, eine neue Perspektive einzunehmen, größeres Mitgefühl zu empfinden und Hoffnung zu schöpfen – oder einfach sich weniger allein zu fühlen.

Ob du mit deinem Tun einen Menschen erreichst oder 10, ob Hunderte, Tausende oder Millionen – es wird ein Funken Hoffnung sein und Schönheit in diese Welt bringen. Und wir brauchen das jetzt. Mehr denn je!

Was er”wartest” du dir eigentlich vom Leben?

2010 habe ich meine Coaching-Praxis in Hamburg gegründet. Eines meiner Ziele war, besonders mit Frauen daran zu arbeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln: Sei es eine erfüllendere Arbeit zu finden, den nächsten Karrieresprung zu machen, mehr Gehalt zu bekommen oder sich endlich selbständig zu machen mit der eigenen Business-Idee.

Meine Klientinnen in den folgenden Jahren haben mich immer wieder beeindruckt. Richtig gut in ihren Jobs, talentiert, fleißig, integer, sie haben sich reingehängt. Ganz ehrlich: Diese Frauen waren die Art von Teammitgliedern, die sich eigentlich jede Organisation wünscht. Aber während der Coachings stellte ich immer wieder fest:

Diese Frauen sahen oft ihre eigenen Fähigkeiten und Talente nicht.

Sie sahen oftmals nur, was sie alles noch nicht waren: Nicht wirklich bereit für den nächsten Schritt in ihrer Karriere oder für die Forderung nach mehr Geld. Sie sahen sich nicht als würdig, sich auf die wichtigen Posten in ihrer Organisation zu bewerben und „großen Tisch“ Platz zu nehmen, den Sheryl Sandberg in Lean In immer wieder beschreibt.

Ich traf immer wieder auf brillante Frauen, die ihre eigene Brillanz nicht sehen konnten.

Nun gibt es zahlreiche Bücher und unzählige Artikel, die sich mit den Selbstzweifeln von Frauen und ihren Auswirkungen beschäftigen. Die meisten Bücher und Artikel zeigen auf, wie Frauen sich selbst unterschätzen und zielen darauf ab, das nötige Selbstbewusstsein in Frauen zu wecken, aufzubauen und zu stärken.

Nachdem ich Frauen so viele Jahre dabei unterstützt und begleitet habe, die Karrieren zu machen, die sie sich wünschen, denke ich heute, dass diese Grundüberlegung von „genügend Selbstbewusstsein aufbauen, um endlich dies oder jenes zu tun“ grundlegend falsch ist.

Ja, Selbstzweifel sind ein Teil des Problems. Sie sind unübersehbar ein Teil dessen, was talentierte Frauen – und auch talentierte Männer – zurückhält.

Aber entgegen unseren allgemeinen Erwartungen ist der Aufbau und die Stärkung von Selbstvertrauen allein nicht die Lösung.  Wenn es darum geht, den nächsten Schritt zu gehen, dann besteht die Lösung darin, eine neue Beziehung zu den eigenen Selbstzweifeln aufzubauen.

Was meine ich damit?

Adele, die britische Sängerin, eine der großartigsten Künstlerinnen unserer Zeit, leidet an massiven Selbstzweifeln und sagt selbst über sich, dass sie massiv unter dem sogenannten Imposter-Syndrom leidet. Ihre Selbstzweifel sind so groß, dass sie sich phasenweise extrem überwinden muss, künstlerisch zu arbeiten und besonders Konzerte zu spielen. Sie hat sich auch schon auf der Bühne übergeben, so schwer fällt es ihr.

Die bekannte und preisgekrönte Schauspielerin Martina Gedeck (u.a. „Bella Martha“) sagte einmal: „Ich habe eine große Scham gehabt, in den Beruf einzusteigen, weil ich dachte, dass ich es nicht kann.“ Und sie beschreibt eindrücklich, wie es ist, als Schauspielerin die volle Aufmerksamkeit des Publikums zu erhalten und damit lernen zu müssen umzugehen.

Die amerikanische Bestsellerautorin Dani Shapiro hat in ihrem Buch über das Schreiben zugegeben: „Ich habe auf meinem Computer nach meiner Liste gesucht, mit allem, was ich in den letzten Jahren geschrieben habe. Und als ich diese Liste durchging, wurde mir klar, dass jedes einzelne dieser Stücke mit den gleichen, in meinem Kopf nachhallenden Worten begonnen habe: „Es geht nicht… diesmal wird es nicht funktionieren… ich kann das nicht.”

Und schließlich die wunderbare Marie Forleo, mit ihren 46 Jahren ein Schwergewicht in der amerikanischen Coaching-Industrie und Bestseller-Autorin, sagt: “Jede Entrepreneur*in, Künstler*in, der oder die immer wieder das Risiko auf sich nimmt, Ideen mit der Welt zu teilen, fühlt Angst und Selbstzweifel. Auch ich fühle täglich Angst und Selbstzweifel, und ich mache das jetzt schon seit mehr als 20 Jahren! …. Diese täglichen Kämpfe werden nicht weniger im Laufe der Zeit, oder nehmen ab mit mehr Erfahrung oder verschwinden. Sogar wenn du berühmt bist!“

Wenn Frauen wie Adele, Martina Gedeck, Dani Shapiro oder Marie Forleo diese Unsicherheiten auf täglicher Basis spüren und sich trotz ihrer Angst und ihrer Selbstzweifel zeigen, ja sogar führende Positionen in ihrer jeweiligen Branche einnehmen?
Was bedeutet das dann?

Dani Shapiro erzählt: „Seit vielen Jahren habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, diese Stimme, die sagt: „Das kannst du nicht“ zu ignorieren und nicht auf diese Stimme zu hören.“

Martina Gedeck hat sich gefragt, in welcher Umgebung sie am besten arbeiten kann und sagt selbst: „Die Kamera hat mich befreit!“

Und Marie Forleo konzentriert sich bewusst auf die Hilfe und die Unterstützung anderer, die sie mit ihrer Arbeit geben kann: „Das bedeutet, dass alle Ängste und Selbstzweifel und die Vorstellung, es eigentlich nicht zu können, ganz praktisch gesehen nicht mehr vorhanden sind. Sie verblassen und treten so weit in den Hintergrund, dass Du sie nicht einmal spürst.“ Etwas, was dem Konzept und der Idee der 12-Schritte-Gruppen (z.B. Anonyme Alkoholiker) ebenfalls innewohnt.

Es ist nicht das Selbstvertrauen, das diesen Frauen zum Erfolg verhilft, sondern die Art und Weise, wie sie mit ihren Selbstzweifeln umgehen.

Die meisten von uns haben jedoch diesen Plan, in dem dieser extrem wichtige Unterschied erklärt wurde, nicht erhalten.

Ich habe im Laufe der Jahre mit so vielen berufstätigen Frauen gearbeitet, und die deutliche Mehrheit glaubt, dass wir in unserer Karriere erfolgreicher wären, wenn wir selbstbewusster wären. Selbstvertrauen als ein entscheidendes Element für unseren beruflichen Erfolg.

Aber wenn wir glauben, dass wir mehr Selbstvertrauen benötigen, um erfolgreich zu sein oder um unsere Träume und Ideen zu verfolgen, dann stellen wir uns eine sehr schwierige, wenn nicht gar unlösbare Aufgabe: die Aufgabe, selbstbewusster zu werden.

Wir legen wichtige berufliche Entwicklungen auf Eis, wir vermeiden Risiken, während wir auf das warten, was wir als das dafür notwendige Vertrauen empfinden. Und ganz ehrlich: Selbst wenn es uns gelänge, mehr Selbstvertrauen aufzubauen – wann wäre es denn genug für den nächsten Schritt?

Wenn wir uns aber einmal vorstellen, dass Menschen, die bereits ihre Traumkarriere leben, mit beständigen Selbstzweifeln zu kämpfen haben;

wenn wir einmal glauben, dass wir nicht mehr Selbstvertrauen brauchen als jetzt, um unsere wichtigsten Ziele zu erreichen,

wenn unsere Idealvorstellung von unserem Selbst nicht dem völlig überhöhten Bild eines selbstbewussten Stars verbinden, sondern akzeptieren, dass auch dieser Star Selbstzweifel empfindendet,

dann liegt ein interessanter neuer Weg vor uns!

Für die Frau, die mehr verdient

10 Regeln für großartige Frauen, die einfach mehr verdienen. Dein kostenloses Workbook.

In der Praxis ist diese neue Art der Beziehung zu Selbstzweifeln ganz einfach.

1.

Für viele von uns sind negative Selbstgespräche an der Tagesordnung. Wir sind so daran gewöhnt, uns selbst innerlich immer zu bewerten und runterzumachen, dass wir gar nicht mehr hören, wie wir eigentlich die ganze Zeit mit uns sprechen.

Wir müssen lernen, diese inneren Stimmen zu bemerken und zu identifizieren. Dies bedeutet, einfach innezuhalten und dem Gedanken Raum zu machen: „Oh, ich höre gerade meinen inneren Kritiker“, wenn diese inneren, fiesen Stimmen sprechen. In dieser einfachen Erkenntnis werden wir ein Beobachter dieser Stimme, und wir haben dann die Wahl wie wir darauf reagieren (Mehr zur Inneren Kritikerin findest du übrigens hier).

Es geht nicht darum, mit diesen inneren, kritischen Stimmen zu argumentieren und diese zu überzeugen, oder sich permanent darüber zu ärgern. Diese Vorgehensweisen bringen nichts, sie sind sogar kontraproduktiv, weil du diesen Streit nicht gewinnen kannst.

Vielmehr müssen wir uns fragen, ob es sich gerade um die Stimme der inneren Kritikerin handelt, die da zu uns spricht (an dieser Stelle ein kleiner Hinweis: Wenn es sich um Aussagen handelt, die hart, unbarmherzig in der Bewertung, ängstlich, in Dauerschleife daher kommen, dann ist es normalerweise die innere Kritikerin, die hier das Zwiegespräch bestimmt!)

Wenn wir das erkennen, können wir diese kritische Stimme von der Stimme unseres eigenen, besten Denkens unterscheiden.

2.

Zweitens müssen wir uns, sobald wir diese Stimme identifiziert haben, daran erinnern, was eigentlich dahintersteht. Die innere Kritikerin ist oftmals unsere Angst vor Versagen, Veränderung oder Sichtbarkeit. Sie arbeitet dabei mit einer sehr ausgeklügelten Strategie, um uns dazu zu bringen, direkt in unsere Sicherheitszone zurückzukehren. Es ist unser Sicherheitsinstinkt in einer perfekten Tarnung.

Aus diesem Grund neigen wir dazu, diese innere Kritikerin eigentlich am lautesten zu hören, wenn wir wichtige Sprünge machen oder das verfolgen, was uns wirklich richtig wichtig ist.

In diesem Sinne ist die innere Kritikerin so etwas wie eine Wache am Rande unserer Komfortzone. Wenn wir in der vertrauten Zone des Status Quo sicher sind, dann kann diese Wache schlafen. Wenn wir uns dem Rand nähern, erwacht sie und es wird uns jede noch so absurde Lüge aufgetischt, die es braucht, um uns dazu zu bringen, wieder in das sichere, geschützte Gebiet zurückzukehren, das uns vor möglicher schmerzhafter Kritik, Misserfolg oder Verletzlichkeit schützt.

Wenn Du all das beherzigst, wenn du das nächste Mal diese miesen, fiesen Stimmen hörst, dann könntest dich daran erinnern, dass deine innere Kritikerin wahrscheinlich nicht die Wahrheit sagt, auch wenn ein anderer, großer Teil von dir dir sicher ist, dass diese Worte wahr sind.

  • Du kannst dann deine Stimme in Meetings oder Treffen erheben, obwohl deine innere Stimme sagt, dass deine Idee noch nicht gut genug durchdacht ist, ja geradezu lächerlich ist.
  • Du kannst mit deinem Business starten, obwohl die innere Stimme sagt, dass du nicht das nötige Wissen oder die nötige Expertise dafür hast.
  • Du kannst dich für diesen Job bewerben, für den du dich noch nicht ganz reif fühlst, obwohl deine innere Stimme sagt, dass sie dich niemals dafür in Betracht ziehen werden.

Und je mehr du es übst, desto mehr kann es zur Gewohnheit werden, dies zu tun, wie es für Frauen wie Adele, Martina Gedeck, Dani Shapiro und Marie Forleo gilt.

Möglicherweise denkst du jetzt: „Aber Sandra, das sind so überragende Frauen – ich bin das nicht!“

Ich kann das gut verstehen. Dazu möchte ich dich einmal mitnehmen in ein Gespräch, dass ich neulich mit meiner Mutter führte. Meine Mutter Helga, Jahrgang 1946, hat die Volksschule besucht, Fleischerei Fachverkäuferin gelernt und war ihr Leben lang sebständig – auch weil ihr niemand sonst die Chancen gegeben hätte, die sie sich selbst erarbeitet hat. Als ich einmal meine Mutter fragte, was ihrer Meinung nach am meisten zu ihrem beruflichen Erfolg beigetragen hätte, da antwortete sie mit etwas ziemlich Interessantem:

„Mehr Mut“!

Meine Mutter hatte mit 4 Kindern nicht die Option für „mehr Zeit“ für ihre Arbeit, oder „ein besseres Team“ oder „mehr Wissen“ und „mehr Training“. Meine Mutter hatte nur ihren Mut.

Und hat daraus langsam und stetig ihr Selbstvertrauen entwickelt.

Selbstvertrauen ist Vertrauen in unsere Fähigkeiten und in uns selbst.

Mut lässt und auch dann weitermachen, wenn wir diesen Glauben in uns nicht spüren.

Wir sprechen viel mit Frauen darüber, dass sie mehr Selbstvertrauen finden müssen, aber es ist an der Zeit, dass wir dem Mut mehr Aufmerksamkeit schenken und so die Dinge zu tun, die wir tun wollen, auch wenn nicht sicher ist, ob wir diese Herausforderung perfekt erledigen können.

Frauen gehen heute neue Wege, ohne viele Vorbilder und mit einem starken Erbe aus Jahrhunderten des Ausschlusses von Frauen aus dem Berufsleben, ein Erbe, das sowohl in uns als auch um uns herum fortbesteht.

Selbstvertrauen wird wahrscheinlich nicht immer bei uns sein, wenn wir neue Wege beschreiten.

Aber wir brauchen kein Selbstvertrauen, um das zu tun, was wir in unserer Karriere am meisten wollen.

Wir müssen lernen, inmitten von Selbstzweifeln die Dinge zu tun, und wir können heute damit anfangen. Jeden Tag aufs Neue.

Alles Liebe

Sandra

PS: Ich möchte in diesen Zeiten noch hinzufügen….

Unsere Welt – gerade in diesen Tagen! – kann eine laute, chaotische, ungerechte und beängstigende Welt sein. Was ist aber mit Sicherheit sagen kann: Es ist wichtig, was du tust. Es ist wichtiger denn je, deine Meinung zu sagen, zum Ausdruck zu bringen, wie Du die Welt siehst und damit andere Menschen anzusprechen. Deine Gedanken, deine Ideen, können jemandem helfen in dieser Zeit und sie können eine Veränderung anstoßen in dieser Welt.

Deine Handlungen, deine Ideen können jemanden inspirieren, etwas neues auszuprobieren, eine neue Perspektive einzunehmen, größeres Mitgefühl zu empfinden und Hoffnung zu schöpfen – oder einfach sich weniger allein zu fühlen.

Ob du mit deinem Tun einen Menschen erreichst oder 10, ob Hunderte, Tausende oder Millionen – es wird ein Funken Hoffnung sein und Schönheit in diese Welt bringen. Und wir brauchen das jetzt. Mehr denn je!